Gesprächsterapie und Traumatherapie

Jeder Mensch trägt die Fähigkeit zur Selbstheilung bereits in sich. Meine Aufgabe als Therapeutin sehe ich darin, den ganz persönlichen und individuellen Weg dorthin zu öffnen und den Klienten dabei eine verlässliche Begleiterin zu sein.

Gesprächstherapie nach C. Rogers

Die Gesprächstherapie nach Rogers ist eine wunderbare psychotherapeutische Methode, die davon ausgeht, dass jeder Mensch in sich bereits weiß, was die Lösung seines Problems ist. Durch Spiegelung und Empathie finden wir dabei im Gespräch den Weg da hin. 


"Der Weg ist das Ziel“ – dem würde ich als Homöopathin zwar nicht zu 100% zustimmen, denn natürlich ist mein Ziel immer, das tiefste konstitutionelle oder das für die aktuelle Situation exakt passende Mittel für den Patienten zu finden, das dann in der Folge eine tiefe und nachhaltige Besserung auf allen Ebenen anstößt, die - im Gegensatz zu einer reinen Psychotherapie  - sehr viel schneller, leichter und krisenresistenter abläuft.  


Und doch habe ich im Laufe meiner langjährigen Erfahrung in meiner Heilpraxis festgestellt, dass der Weg zur richtigen Arznei meines Erachtens nur über eine gute und tiefe Gesprächsführung in der Anamnese geht. Und tatsächlich bringt dies den Patienten bereits sehr viel Gewinn! 


Für mich als klassische Homöopathin, insbesondere mit einem psychosomatischen Behandlungsansatz, ist das vorrangige Ziel, den Menschen wirklich in der Tiefe zu verstehen. Sein Wesen, seine Erlebnisse und Prägungen und wie er darauf reagierte, sein Temperament, seine inneren und äußeren Konflikte und was sie mit ihm machen. So kann ich einerseits seine homöopathische Konstitution heraus finden, gleichzeitig öffnet sich dabei aber für den Patienten automatisch ein wertfreier und aufrichtig empathischer Raum zur Selbstreflexion, der sehr viel Klarheit, Richtung und Erleichterung bringt. Auch verborgene innere Konflikte können wir so herausfinden, beleuchten und sowohl ressourcen- als auch lösungsorientiert bearbeiten. 


Letztlich ist die Gesprächstherapie also ein „Nebenprodukt“ meiner tiefgehenden klassisch-homöopathischen und psychosomatischen Behandlung, die zu deutlich mehr Verständnis für sich selber, innerer Klarheit, Lösungen für Probleme und Konflikte und letztlich zu einem starken Zuwachs der Selbstermächtigung im Leben führt. 


Aus diesem Grund hat das Gespräch im Rahmen der Termine in meiner therapeutischen Praxis einen hohen Stellenwert und ich plane immer genug Zeit ein, um auch eine sich aus dem Kontext ergebende psychotherapeutische Arbeit in Ruhe geschehen lassen zu können. 

Über Trauma und Traumatherapie

In der Psychotraumatologie bzw. der Traumatherapie kennt man zwei Arten von Trauma:

Schocktrauma / Typ-1-Trauma

Zunächst gibt es da das sog. Schocktrauma, auch Typ-1-Trauma, das man auch als akutes Trauma bezeichnet, auch wenn dieses latent chronifiziert in der Psyche schlummern kann. Für die Behandlung dieser Art von Traumafolgen und der dadurch entstandenen Symptome wie Angstattacken, Schweißausbrüche, Herzrasen, Alpträume etc., z.B. nach einem Unfall oder einer Naturkatastrophe, einem Einbruch, dem Erleben von Gewalt oder Krieg, haben wir sehr wirkungsvolle homöopathische Mittel zur Verfügung, können dies analog einer akuten Erkrankung gut behandeln und in der Regel das überforderte Nervensystem und die Psyche wieder beruhigen und so Verarbeitung ermöglichen. 

Auch kann es sein, dass nach einem früher erlebten entsprechenden Ereignis dieses durch entsprechende Auslöser wieder getriggert werden kann. 

Ein Beispiel aus meiner Praxis dazu: eine Patientin, die wegen ganz anderer chronischer Beschwerden in einer laufenden Behandlung war, kam durch herausfordernde Lebensumstände in eine starke Überforderungssituation. Dabei kommt es bei ihr immer wieder einmal vor, dass dann ein sehr bedrohliches Erlebnis aus der Kindheit wieder auftaucht und ihr massive Alpträume und panische Ängste in der Nacht verursacht. Durch die Gabe eines passenden homöopathischen, trauma-wirksamen Arzneimittels, konnte dieser Alarmzustand des Nervensystems eingefangen werden, die Situation beruhigte sich sehr schnell und die Patientin konnte wieder ruhig schlafen.  

Typ-2-Trauma/ Bindungs-und Entwicklungstrauma

Komplexer und langwieriger, auch schwieriger zu fassen und zu durchschauen ist das Typ-2-Trauma. Dieses wird oft als chronisches oder komplexes Trauma bezeichnet oder ist aktuell auch sehr häufig unter den Begriffen Bindungs- und Entwicklungstrauma zu finden. 


Von dieser Art Traumatisierung gibt es starke graduelle Abstufungen, denn es entsteht aus länger anhaltenden oder häufig wiederkehrenden, ganz unterschiedlichen zwischenmenschlichen Gewalt- oder auch Vernachlässigungssituationen. 

Die graduellen Unterschiede ergeben sich auch daraus, ob es um sehr heftige Situationen wie (sexuellen) Missbrauch oder körperliche Gewalt geht oder um subtile emotionale Themen. Auch letztere können in der Psyche genau so traumatisierend und insbesondere beängstigend und verunsichernd wirken und eine gesunde und freie Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen zu einem in sich ruhenden, selbstsicheren Erwachsenen mit gesunden und sicheren Beziehungen erschweren oder stark behindern. Oft ist das Verstehen dieser subtilen Entwicklungstraumata sogar viel schwieriger, weil sie nicht so eindeutig sind und weil wir oft mit so einer Durchhaltementalität unterwegs sind nach dem Motto „stell Dich nicht so an, ist ja nun wirklich nicht so dramatisch!“. Auf diese Weise führen wir mit uns selber genau das fort, was uns initial traumatisiert hat: die eigenen Wahrnehmungen nicht wichtig, ja oft nicht einmal wahrnehmen, Bauchgefühl und Bedürfnisse ignorieren, Zähne zusammen beissen und weiter machen. 

Traumatherapie und Methoden in meiner Praxis in Regensburg

In der Regel behandle ich Trauma immer in der Kombination von klassischer Homöopathie und verschiedenen traumatherapeutischen Methoden. Meine langjährige Erfahrung hat mir gezeigt, dass dies ein deutlich effektiverer, leichterer und auch schnellerer Weg ist als nur mit psychotherapeutischen Methoden zu behandeln. 


Über meine traumatherapeutischen Ansätze: 


Dr. Gabor Maté, der inzwischen sehr bekannte kanadische Arzt, hat sein langes Berufsleben damit verbracht, die Zusammenhänge zwischen diesen subtilen seelischen Traumata und körperlichen Erkrankungen zu beobachten und zu erforschen. In den beiden Weiterbildungs-Kursen, die ich bei ihm gemacht habe, sah ich meine Beobachtungen und auch meinen generellen psychosomatischen Behandlungsansatz auch in Punkto Trauma voll und ganz bestätigt. (sh dazu auch sein Buch: Dr. Gabor Maté: Wenn der Körper Nein sagt)


Insbesondere ist ein sehr wichtiger Aspekt auf dem Weg zur Heilung und Integration der durch Trauma abgespaltenen inneren Anteile der liebevolle und mitfühlende Umgang mit sich selbst und das Verstehen der eigenen Reaktionsweisen auf die erlebten Erfahrungen der (meist frühen) Kindheit – daher auch der Name seiner therapeutischen Herangehensweise: „Compassionate Inquiry“ (Mitfühlendes Erkunden/Erfragen), die ich auch in meiner Praxis anwende. Diesen empathischen Erkundungs-Raum finden Patienten ja schon per se in meiner Behandlung vor und so können wir gemeinsam ausprobieren wie es gehen kann, diese Empathie auch mit und für sich selbst zu finden.


Ebenso arbeite ich in meiner Regensburger Praxis viel mit den ressourcen-orientierten Methoden nach Maja Nowak und dem IFS (Inner Family System nach R. Schwartz). Auch hier geht es darum, liebevoll und freundlich die eigenen Bewältigungsmechanismen zu analysieren und zu verstehen, die uns geholfen haben, mit dem umzugehen, was wir erlebt haben und die uns ermöglicht haben, damit zurecht zu kommen.


So können wir uns selber mehr Anerkennung und Wertschätzung entgegen bringen. Dies bringt deutlich mehr Frieden, Ruhe und Stabilität in unser eigenes Leben und auch in unsere Bindungen und Beziehungen und ermöglicht uns auf lange Sicht, mit dem Erlebten Frieden zu schließen.


Es geht dabei explizit nicht um Schuldzuweisungen und Abschottung und auch nicht um „Verzeihen“, was ich persönlich für sehr fragwürdig und ungesund halte. Durch diese Arbeit versetzen wir uns in die Lage, wieder auf unsere vielen, kraftvollen Ressourcen und auf unser echtes, unverletztes, authentisches Wesen zuzugreifen, was ein echtes und ehrliches „In Frieden Sein“ mit uns und allem, was wir erlebt haben, automatisch zur Folge hat. Und das sollte das Ziel einer jeden guten Traumatherapie sein. 



Mehr zum Typ-2-Trauma und den Behandlungsansätzen dazu in meiner Praxis finden Sie hier auf meinem Blog. 

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