Der Psychiater und Arzt C.G. Jung (1875 – 1961) war in meinen Augen ein zutiefst schamanischer Mensch und ich fühle mich seiner Denk- und Arbeitsweise tief verbunden.
Auch Jung sah schon zu seiner Zeit, dass es nicht wirklich möglich ist, psychisch gesund zu sein und ein erfülltes und gutes Leben zu führen, wenn man die Seele und eine gute, geerdete Spiritualität nicht mit einbezieht.
Der Schamanismus ist die ursprünglichste und natürlichste Spiritualität, die in ähnlicher Form über den ganzen Erdball verteilt gelebt wurde und wird. Lediglich in unseren europäischen Breiten sind diese unsere Wurzeln extrem gekappt und fast nicht mehr sichtbar oder erkennbar.
Und doch ist Schamanismus auch unsere Basis und lebt in den Bildern und dem Wissen unserer Seele, unseres kollektiven Unbewussten, wie es Jung nannte, fort.
Schamanismus ist eine animistische Spiritualität, das bedeutet, dass in dieser Weltsicht alles Natürliche um uns herum belebt und beseelt ist und mit uns kommuniziert. So arbeiten wir im Schamanischen u.a. auch mit allen Wesen der Natur, mit den Elementen, den Tieren, den Pflanzen. Entscheidend ist die Ausrichtung darauf, dass wir als Menschen Teil der Natur sind und nicht getrennt von ihr. Dieses Abgetrennt sein ist meines Erachtens die Wurzel sehr vieler Übel unserer Zeit und auch vieler menschlicher Krankheiten und Beschwerden unserer „zivilisierten“ westlichen Welt.
Es kann im Laufe eines Heilungsweges angezeigt sein, sich (wieder) für diese Ebene zu öffnen, diese Ressource mit einzubeziehen und ihr Potential zu nutzen.
Oder es kann auf dem persönlichen Entwicklungsweg hilfreich sein, durch eine oder mehrere schamanische Sitzungen mehr Klarheit oder den fehlenden Impuls für ein bestimmtes Anliegen oder für den nächsten Schritt auf dem Lebensweg zu bekommen.
Dabei ist es unerheblich, ob wir beim schamanischen Arbeiten davon ausgehen, dass wir mit „Spirit“ arbeiten oder mit dem Wissen und den Informationen, die aus unserem Unbewussten kommen.
Für Jung waren „Gott“ und das Unbewusste letztlich ein und dasselbe und ich teile diese Ansicht.
Denn, wenn wir eine Information, ein Wissen, eine „Eingebung“ bekommen, die gerade nicht aus unserem Verstandeswissen kommen kann – woher kommt diese dann? Das darf jede/r für sich selbst so benennen, wie es sich richtig und gut anfühlt und womit er/sie gut sein kann.
Hauptsache, wir treten aus der materialistischen Begrenztheit heraus und sind wieder in der Lage zu sehen, dass es etwas gibt, das größer ist als wir und als der Verstand, und dass wir letztlich eingebunden und Teil eines großen Ganzen sind.
